Radfahrer und Fußgänger sind beim Rechtsabbiegen von Lkw besonders gefährdet. Fixe Spiegeleinstellplätze für Lkw sollen künftig für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen.

Österreichweit gab es in den vergangenen fünf Jahren 92 Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern beim Rechtsabbiegen von Lkw, 13 Personen starben dabei, 80 wurden verletzt. Dies ist die traurige Bilanz der Statistik Austria. Grund für diese Unfälle ist meist, dass Personen, die sich unmittelbar vor, hinter bzw. seitlich neben dem Fahrzeug befinden, übersehen werden und das trotz gesetzlich vorgegebener Spiegel am Lkw. Personen, die sich im Bereich des toten Winkels befinden, werden vom Fahrer nicht gesehen – und vor allem dann nicht, wenn die Spiegel nicht korrekt eingestellt sind. Für eine bestmögliche Sicht über die Außenspiegel zum Anund Rückwärtsfahren sowie zum Abbiegen und beim Spurwechsel ist daher eine richtige Spiegeleinstellung unverzichtbar.

Die Aktion „Alles im Blick!“ zu Gast bei DB Schenker in Wien Albern. v.l.n.r.: Bernd Toplak (AUVA), Christian Kräutler (KFV), Alexander Winter (DB Schenker), Bernhard Schmaldienst (DB Schenker) Foto © AUVA/KFV/Nesvadba

Betriebsaktion von AUVA & KFV beim DB Schenker Safety Day in Wien Albern

Dieser Problematik haben sich nun die AUVA-Landesstelle Wien und das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) angenommen und bieten Betrieben in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland die kostenlose Aktion „Alles im Blick! Spiegeleinstellung im Betrieb“ an. Lkw-Lenkerinnen und -Lenker haben die Möglichkeit, die Einstellung der Spiegel ihres Kraftfahrzeuges zu überprüfen und zu korrigieren. „Durch den um den Lkw aufgelegten ‚Spiegeleinstellteppich‘, der aus verschiedenfarbigen Planen besteht, erkennen die Lkw-Lenkerinnen und -Lenker auf einen Blick, ob sich ihre Spiegeleinstellung mit den Planen deckt. Ist das Blickfeld eingeschränkt, wurde unter fachkundiger Anleitung die Einstellung der Spiegel optimiert“, erklärte Christian Kräutler vom KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Die Einschulung der Frächter und Spediteure wird im Rahmen der Aktion „Alles im Blick!“ von AUVA und KFV übernommen. Auch für den internationalen Logistikprofi DB Schenker stellt Sicherheit im Straßenverkehr ein zentrales Anliegen dar. Daher wurde die Aktion im Rahmen des Safety Days am Standort Wien Albern nun erstmalig durchgeführt: „Aus unserer Sicht ist jede Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sinnvoll. Das Besondere an dem Spiegeleinstellungsplatz ist, dass Lenkerinnen und Lenker mit verhältnismäßig geringem zeitlichen Aufwand die ordnungsgemäße Einstellung ihrer Spiegel überprüfen können. Und das hat einen weitreichenden sicherheitsrelevanten Nutzen“, erklärte Alexander Winter, CEO von DB Schenker in Österreich und Südosteuropa. Der fixe Spiegeleinstellplatz in Wien dient als Vorbild für alle weiteren Schenker Standorte und soll nun auch in anderen Bundesländern realisiert werden. Damit Fußgänger, Radfahrer oder motorisierte VerkehrsteilnehmerInnen direkt im Verkehr gewarnt werden können, wurden im Rahmen der Aktion Warnhinweisaufkleber mit der Aufschrift „Dahinter ist sicherer“ zur Verfügung gestellt. Diese Kleber können an der Rückseite des Fahrzeuges angebracht werden und sorgen so für die Warnung direkt an der Gefahrenstelle.

Was ist der tote Winkel?

Im toten Winkel liegen jene Bereiche außerhalb des Fahrzeugs, die der Fahrer trotz der Spiegel nicht einsehen kann. Alle Pkw, Lkw oder Busse haben solche Bereiche: direkt vor und hinter dem Fahrzeug sowie an beiden Fahrzeugseiten. Besondere Gefahr droht Verkehrsteilnehmern stets dann, wenn sie sich neben abbiegenden Autos befinden: Sie sind besonders für Fahrer von Lkw oder Bussen möglicherweise komplett unsichtbar.

Tipps für Radfahrer und Fussgänger:

  • Immer Blickkontakt mit dem Fahrer aufnehmen
  • Ausreichend seitlichen Abstand halten und beachten: das rechte Hinterrad eines Lkw hat einen engeren Kurvenradius als das vordere Rad
  • Im Zweifel auf den eigenen Vorrang verzichten Machen Sie sich sichtbar und warten Sie stets, bis der Lkw ganz abgebogen ist
  • An einer roten Ampel besser hinter einem Lkw warten
  • Nicht neben einem Lkw stehenbleiben, womöglich übersieht man die Blinker
  • Ist der Fahrer im Spiegel seines Lkw nicht sichtbar, werden Sie vom Fahrer auch nicht gesehen.
Innen- und Außenspiegeln helfen dem Fahrer dabei den Überblick zu bewahren. | Foto © AUVA/KFV/Nesvadba